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philo1 - merian

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Gedanken entstehen durch elektrische und chemische Reaktionen. Sie bilden ein Konstrukt, das wahrgenommen werden kann.  
Die Rezeptoren dieses Konstrukts sind nicht definiert. Allgemein wird dann das Gehirn genannt.
Ich spreche aber lieber von einer Vorstellung, die im Gehirn entsteht, eben durch solche Aktionen elektrischer/chemischer Art. Nur ist die Vorstellung als solche keine zu beschreibende Materie. Sie ist also flüchtig, kann aber verfestigt werden durch Beschreibungen, wie Zeichnungen oder Aufzeichnungen. Ohne diese ist der Gedanke substanzlos. Er kann anders nicht vermittelt werden. Solange man das Auslösen einer - wie auch immer gearteten - Welle nicht nachweisen kann, ist keine weitere Übertragung denkbar. Unter dieser Prämisse ist ein Fortbestehen eines Gedankens ohne das ihn produzierende Gehirn ausgeschlossen.
Wenn Existenz eines Menschen in den Gedanken eines anderen Menschen fortbesteht, ist die Lebensdauer dieser Gedanken/Erinnerungen begrenzt. Mit dem Ende der Materie endet die Entstehung von Gedanken.
Wenn das Leben die Existenz der Gedankenbildung voraussetzt, ist das Leben mit dem Erlöschen der Existenz beendet.
Wer also Leben nach dem Tod, dem Erlöschen der Existenz, unterstellt, muss diesen Begriff anders definieren.
Angenommen, eine Wellenform des Gedankens könnte existieren, wäre der Raum für eine solche Form universell.  1)
Man sollte diesen Raum aber nicht Leben nennen, der Begriff Leben mit unserer physikalischer/geistiger Umwelt besetzt ist.
Unser physikalisches Vermögen lässt eine solche Definition aber nur als Vorstellung, sprich: Gedanken , zu.     
Hier beginnt der Glaube, welcher Art    auch immer.
Es ist die Sprache, die die Grenzen verwischt.

1) Unbestritten ist in der Wissenschaft, dass Lebewesen elektrische Wellen ausstrahlen, die von anderen Lebewesen empfangen werden können, Beispiel Haie (https://de.wikipedia.org/wiki/Lorenzinische_Ampullen). Solange eine solche Möglichkeit im humanen Bereich nicht bewiesen ist, kann eine "Gedankenübertragung" nur spekukativ betrachtet werden. Der Gedanke als eigenständiger Bestandteil (materiell, in welcher Form auch immer) ist per se undefiniert. Romantisiert taucht er auf als "wenn ich an meinen Lieblingsmenschen denke, weiß ich genau, wo er ist".

Literatur dazu:

Marlo Morgan: Traumfänger* — ein populäres Buch, das Aborigines ausdrücklich mit telepathischer Verständigung verbindet; es ist aber stark umstritten und eher als literarische bzw. populäre Darstellung zu lesen.

Bruce Chatwin: Traumpfade (The Songlines) — kein Telepathie-Buch im engen Sinn, aber ein zentraler Text über Aborigine-Kultur, Spiritualität und Wahrnehmung von Raum und Erinnerung.

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