Ein Traum wurde wahr:
Neuseeland
Jahrelang hält man das für unerreichbar. und dann wird es plötzlich Wirklichkeit, nur weil einer Fliegen gelernt hat und in seiner Fliegerzeitschrift ein solches Angebot entdeckt.
Nun hüpft man ja nicht gleich auf jedes dieser Angebote. aber bei Neuseeland ist das natürlich etwas ganz anderes. Neuseeland im Dezember. das bedeutet: Weihnachten im
Hochsommer. Weihnachten ohne Schnee und Eis. aber auch. wie ja meistens, ohne Regen und grauen Himmel. Weihnachten in Neuseeland ist ein fröhliches Fest ohne allzu große Rührseligkeit. im Gegenteil: man findet es passend. sich am Heiligen Abend "Dinner for One" von der Video-Kassette abzuspulen.
Neuseeland liegt uns gerade gegenüber, wenn man mit einer langen Nadel durch den Globus sticht. Der Zeitunterschied beträgt 12 Stunden. das ist sehr praktisch, weil man die Uhr nicht umzustellen braucht. Und wenn man ins Bett geht. sitzen die Lieben daheim gerade beim Frühstück. jedenfalls an den Feiertagen.
Auf viele Einzelheiten in den besuchten Orten werden wir nicht eingehen. Es sehr detaillierte Beschreibungen in den Stadtbeschreibungen im Internet, mit denen wir nicht konkurrieren wollen.
Aber beginnen wir lieber von vorne. sonst gerät alles durcheinander.
Anreise
Der Flug von Zürich nach Auckland dauert 24 Stunden. das ist eine lange Zeit. die man sich gern auf irgendeine Art und Weise verkürzt.
Zunächst aber zum Flughafen Zürich. Mit Taxi morgens um 6:00.
Einchecken unproblematisch, Business-Priorität.
Empfang an Bord sehr persönlich. Während des Fluges alle Annehmlichkeiten.
Ankunft in Singapur 12 Stunden später.
Wir hatten für Singapur ein Tages-Hotelzimmer gebucht, und gingen nach gründlicher Nutzung von Dusche und Bett daran, diese tropisch-schwülwarme Stadt zu erkunden. In Singapur herrscht Zucht und Ordnung. In allen öffentlichen Gebäuden gilt striktes Rauchverbot. und wer beispielsweise in einem Fahrstuhl rauchenderweise erwischt wird, zahlt 1000 $ Strafe. (Im Flughafen gibt es einen Raucherraum, aber der ist derart abschreckend, daß man auf dem Absatz kehrt macht. Auch in den Flugzeugen darf nicht geraucht werden. und wer es in den Toiletten heimlich tut, löst die Rauchalarmanlage aus - für echte Nikotinabhängige eine ganz schöne Durststrecke. In den Hotelzimmern darf geraucht werden. nicht jedoch in den Speisesälen und Restaurants. Wo genügend Platz vorhanden ist, gibt es einen Rauchsalon, und an der Bar ist es natürlich auch möglich. Dies gilt übrigens auch für Neuseeland. ).
Ein paar Stunden hatten wir Zeit, die schillernde Stadt ein wenig wahrzunehmen. Die großen Kaufhäuser kamen für uns nicht infrage: die Klimaanlagen waren dermaßen kalt, daß die Temperaturunterschiede zu draußen vermutlich mehr als 50° C. betrugen.
Wie in allen modernen Metropolen werden auch in Singapur die malerischen alten Gebäude von Wolkenkratzern umzingelt und erdrückt. Es gibt aber durchaus noch alte Viertel. die bei
entsprechender Pflege sehr reizvoll sein könnten - allem voran Chinatown. Man muß nur gut zu Fuß sein und sich von Temperaturen und Gerüchen nicht schrecken lassen.
Wielange diese pittoresken - teils doch eher prekäre - Wohneinheiten noch bestehen bleiben, kann man sicher nicht positiv beantworten. Es fehlen schon zuviele und für den Erhalt der noch bestehenden scheint nichts getan zu werden. Die neuen Wohnhochhäuser erdrücken mit ihrer Präsenz ohnehin die alten Quartiere. Die Umsiedlung scheint nur folgerichtig zu sein. Auch das strömt schwüle Atmosphäre aus.
Wer ein Wechselbad schätzt, kann sich in den Einkaufszentren herunterklimatisieren lassen. aber das erfordert Mut zum Risiko.
Abends erschien superpünktlich unser Fahrer zum Flughafen. Abwicklung gut wie gehabt.
Von Singapur ging es weiter bis Auckland - die zweite Nacht ohne richtigen Schlaf ( die erste war ja durch die Zeitverschiebung nicht vorhanden).
Kerikeri
Da wir zwei Tage vor Beginn der eigentlichen Flieger-Safari gestartet waren. hatten wir Zeit, den Nordzipfel der Nordinsel zu erkunden. der uns sonst verborgen geblieben wäre, den man aber unbedingt erleben muß.
Vorher aber noch Gepäck aufgeben, das für den Ausflug in den Norden entbehrlich war.
Ein bißchen Geld wechseln, was uns den einzigen negativen Ankunftseindruck bescherte. Unfreundlich wäre geschmeichelt.
Doch nun ging es gleich mit einem anderen, viel kleinerem Flieger eine knappe Stunde weiter nordwärts nach Kerikeri, einem kleinen airport nahe der Bay of Islands. Auch dort wartete bereits unser Fahrer, der uns durch die zerrissene historisch so wichtige Land/wasserwelt nach Russel brachte. Russel, der ehemaligen Hauptstadt des Lands der weißen Wolke. Wir haben auf den bestickten Kissen der kleinen historische Kirche gesessen, was uns mit der Queen verband, die das auch schon beeindruckt haben mußte.
Natürlich mußten wir auch eine Bootsfahrt durch die Inselwelt unternehmen bis hinaus auf den Südpazifik , der das Boot, das auch für die Postzustellung zu den einzelnen Inseln zuständig war, ganz schön in Bewegung brachte. Wer da nicht brav auf seinem Stühlchen bleibt, wird quer durch den Raum gefegt und bleibt schließlich an irgendeiner Tischkante hängen (die malträtierten Rippen nehmen es einem nach Wochen noch übel, Helke weiß davon zu erzählen, weil sie später auf den Flügen oft daran erinnert wurde - Luft hat keine Balken).
Häufige Begleiter auf diesen Bootsfahrten sind die Delphine, die gern mit Schwimmern spielen, es war nur leider nicht so warm, daß sich irgendjemand ins Wasser getraut hätte, Wie bei uns im Juni, muß man auch auf der südlichen Hälfte der Erdkugel ein bisschen warten, bis sich das Wasser ausreichend erwärmt hat. An die Weihnachtszeit, die nicht zu übersehen war, erinnerten die rot blühenden Tohutukawa-Bäume an den Straßen, was der Beschaulichkeit dieses Ortes wohltuende Atmosphäre hinzufügte.
Kimberley Lodge
Start der Flightsafari
Nach dieser Einstimmung auf unser Abenteuer ging dann in Auckland die eigentliche "Sky
Safari" los.
Am Flughafen warteten schon unsere Safari-Kumpels samt Begleitpiloten. Drei deutsche Flieger (Dirk, Walter, ich, ein nichtfliegendes Eheweib , Helke), ein Franzose und drei ortskundige Piloten (Greg, NN NN) , verteilt auf drei Cessnas-172 - das war die Gruppe, die im Alter sehr unterschiedlich, aber ansonsten absolut homogen war. Das lag wohl an dem großen gemeinsamen Interesse, der Fliegerei.
Zunächst zu unsrer Startbasis nach Ardmore, ein mehr ziviler Flugplatz, ähnlich wie Egelsbach zu Frankfurt. Zu dem Sitz unserer organisierenden Flugschule. Erste Briefings, ein stabiles Poloshirt mit entsprechendem Logo und Beschnuppern, Zuordnung der Begleitpiloten zu den Gruppenmitgliedern und Einweisung in die dazugehörenden Cessna-172-Maschinen.
Wir sind jeden Tag ein bis zwei Stunden geflogen, sind gelandet. haben etwas besichtigt, sind weitergeflogen bis zum Nachtquartier und sind auf diese Art von einer Etappe bis zur
nächsten gehüpft, das ganze Gepäck immer dabei. Wir sind um Vulkane und über Krater geflogen, die noch geraucht haben, Schwefeldampf geschnuppert und aus 12000 Fuß Höhe riesige Gletscher gesehen. auf denen Flugzeuge und Helikopter gelandet waren. Wir hätten das auch tun können, aber man kann sich auch beherrschen müssen. Überhaupt haben sich unsere drei fliegenden Reiseführer (pilots in command ) in allem nach uns gerichtet. Wir konnten in Formation fliegen, wir konnten uns aber auch einzeln vergnügen, wir konnten mit der Gruppe zum Essen gehen oder auch jeder für sich, konnten einen Ruhetag einlegen oder ein Auto mieten und uns von "unserem" Neuseeländer kutschieren lassen, alles war möglich. Natürlich kann man in 14 Tagen nicht alles sehen, aber die Route war so gewählt, daß wir das Wesentliche erleben konnten. Für die Flieger waren Situationen dabei, die sie ohne Copiloten wohl gemieden hätten, aber unsere drei kannten sich so gut aus, daß wir auch aus scheinbar ausweglosen Bergtälern auf entsprechenden Umwegen heil herauskamen.
Pauanui
Unser erstes Hotel in Pauanui war in die Bäume des Halbinsel Coromandel gebaut. Traumhaft naturintegriert. Unser erstes Abendessen: Cervina/Hirsch. Typisch neuseeländisch, überall zu bekommen, wird vielfach gezüchtet.
Am nächsten Tag, einem Sonntag, Abfahrt in unserem VW-Bus (?) zum Flugplatz. Sonntag?
Ja, die Stimmung war sonntäglich durch die nette aufgeräumte grüne kleine Stadt.
Aufgeräumt wie wir, Feriencharakter.
Flug nach Rotorua über Tauranga.
Rotorua
Für Touristen ein Muss. Schließlich kommt hier die Show zu ihrem Recht. NZ liegt auf dem Feuerring!
Immerhin hielt sich der Ansturm in Grenzen, kurz vor Weihnachten.
Der Ort macht einen ruhigen gepflegten Eindruck.
White Island
Wieder ein ’must‘. Allerdings waren nur wenige Menschen dort, per Hubschrauber.
Weiterflug nach Wellington
Wellington
Nach 2 Stunden Flug kommen wir über die Westküste zum Landeanflug auf dem Flughafen Wellington. Vor uns liegt die CookStrasse. Aufgewühlt, schaumig.
Und im Handumdrehen stehen wir auf Piste. Sooo schnell sind wir noch nie gelandet. Wenn wir 50 m gebraucht haben, wäre das viel. Gegenwind in einer unglaublichen Stärke. Wir hoffen, daß unsere Maschine an der Parkposition bleibt!
Das ist Wellington. Die Bahnen mitten in einer Windschlucht.
Die Stadtbesichtigung ist umfangreich, der ’kolonialen‘ Zeit entsprechend. Die Topografie ebenso. Es geht ’rauf und ’runter. Häuser kleben an den Steilhängen. Meeresausblick nach allen Seiten.
Später, mit der Zahnradbahn, ist das Sicherheitsgefühl besser als mit dem Kleinbus. Und immer ’windig‘.
Omaka
Jetzt ’rüber auf die Südinsel.
Die Marlborough-Region wirkt für uns unwirklich. Tief zerfledderte Landzungen, bzw., Wasserzungen. Zwei Seen treffen aufeinander, Tasman und Pazifik,
Die nächste größere Stadt ist Blenheim. Markenzeichen ist der Weinbau, den wir später auf dem Flug wieder gen Norden noch näher erleben werden.
Am nächsten Morgen starten wir gen Christchurch.
Christchurch
Wir fliegen über Hanmersprings direkt nach Christchurch.
Der Ferienort Hanmer Springs liegt an den unteren Ausläufern der Neuseeländischen Alpen und bietet mit seinen knapp 800 Einwohnern „action“ ohne Ende.
Der Flug pendelt, wie so oft über NZ, von Küste zu Küste. Es ist ja oft auch nur ein Katzensprung, aber mit durchaus unterschiedlichen Klimazonen.
Christchurch ist international. Viel Flugverkehr. Wir reihen uns ein.
Die „englische“ Stadt beeindruckt mit dem einheitlichen Baustil und gartenähnlichen Anlagen durch die der Avon fließt.
Timaru
Von Christchurch nach Timaru, ebenfalls ein Katzensprung, 1 Std. Flugzeit.
Aber dann geht’s los. Es ist Heiligabend, die Sonne scheint, es ist warm.
Unmengen von Schafen säumen den Weg, wir gondeln die schmale Straße (privat?) den Farmen entgegen. Herzlicher Empfang, beschnuppern, vorstellen, Zimmer beziehen. Unseres ist das Privatschlafzimmer der Eltern. Greg bekam auch auf unsere Farm ein Zimmer.
Unsere anderen Safarikumpel werden in anderen Farmen in der Nähe wohnen, abends kommen dann alle wieder zu unserer Farm. Das Essen am Heiligabend fand dort statt. Dazu beigetragen hatten alle Farmersfrauen, alle hatten von zu Hause etwas mitgebracht, und der große Esstisch war so voll mit guten Sachen. daß wir unsere Teller auf den Knien balancieren mußten, jeder, wo er gerade einen Sitzplatz gefunden hatte. Es gab auch kleine Geschenke - man wollte uns ja ein richtiges deutsches Weihnachten bieten - und unser Geschenk an die Farmer war ein Rundflug über ihr Land, der etwa eine Stunde dauerte und uns die erste Gelegenheit bot, ein paar Ansichtskarten zu schreiben (am 25. Dezember also). Der Farmer,. bei dem wir untergebracht waren, hatte schätzungsweise 800 Lämmer und 1000 erwachsene Tiere,
gezählt wird über den Daumen. wenn die Herde zum Scheren zusammengetrieben wird. Aus
der Luft sieht das niedlich aus, alle die kleinen weißen Pünktchen überall. Aber auch Rinder
werden gehalten. zur Fleisch- und Milchgewinnung.
Zum Höhepunkt des weihnachtlichen Abends kommt dann ’dinner for one‘ zu Ehren.
Mit seinem kleinen Geschenk der Gastgeber träumt sich dann jeder in die Nacht hinein.
1. Weihnachtstag, morgens, umfassendes Frühstück und Abfahrt mit Farmprivatfahrzeugen zum Flugplatz.
Wird die schmale Straße von oben per GPS oder Kamera überwacht, oder hat der Fahrer einen sechsten Sinn? Natürlich kann man nicht um die Kurven gucken, unser Farmchef allerdings schon. Es gibt Menschen, die sich in solchen Situationen bekreuzigen. Richtig weihnachtlich.
Immerhin können, heil angekommen, unsere NZ-Piloten mit unseren Gastgebern den geplanten Dankesrundflug starten.
Heute düsen zur Tasmansee-Seite
Mount Cook, und weiter nach Wanaka
Der 3724 m hohe Aoraki/Mount Cook befindet sich rund 35 km nördlich des Gletschersees Lake Pukaki und rund 34 km südöstlich der Westküste der Südinsel Neuseelands, im Mackenzie District der Region Canterbury. Rund 5 km östlich des Gipfels dehnt sich der Haupapa/Tasman Glacier nach Süden aus und südlich des Berges der Hooker Glacier.
Die Bergwelt erfaßt einen mit solcher Gewalt (eben noch an der Pazifikküste), daß man nur Eindrücke speichern kann, noch nicht verarbeiten. Die Höhe muß sich unsere Maschine erst erarbeiten, 3 Insassen mit Gepäck, die 3700 m erreichen wir nicht ganz, sind aber mit dem Kraterrand auf fast gleichem Niveau. Diesmal können wir nicht hineinsehen, wie zuvor schon erlebt, wo es qualmte leicht, wir hatten aber keine Meinung, das zu schnuppern.
Die Kraterseen ringsum und fast überall in den Bergen strahlen mit Edelsteinfarben um die Wette. Türkis herrscht oft vor.
Von der Tasmansee drehen wir nun Richtung Wanaka, dort bleiben wir zwei Tage.
Über den Lake Wanaka gleiten wir zum Platz und begeben uns dann zu unserer Hotelanlage.
Es ist eine eher flache Chaletbebauung, gepflegt, innen und außen. Auch hier wie in den Hotels, die wir kennengelernt haben, gibt es Wasserkocher, Tee und Kaffee, auch ein Bügelbrett und Bügeleisen sind da.
Am zweiten Weihnachtstag (gilt hier nicht) wollen wir zum Milford Sound (touristisches Muß).
Greg weist uns per Briefing in die Flugroute ein. Es wird schwierig. Man müßte um Berge herumsehen können. Das üben wir jetzt mental. Der Landeplatz liegt, wenn man von der Tasmanseite kommt - und das müssen wir aus wetterlichen Gründen - kurz hinter einer Bergwand, man kann von dieser Seite nicht mit längerer Sicht anfliegen.
Glücklicherweise ist am Platz kaum Verkehr. Alles klappt wie geübt. Märchenhafte Dschungelseebergkulisse.
Wir inhalieren und starten nach geraumer Zeit zurück nach Wanaka; immer durch die Alpentäler und über die Pässe.
Das Wetter hat sich geändert. Wir bleiben noch eine Nacht.
Unsere Safarifamilie teilt sich auf. Walter besucht Verwandte an der Pazifikküste, Dirk will nach Te Aneau, um mit einem Waserflugzeug zu fliegen.
Wir möchten gern ruhig und entspannt. Nur ein weiteres Fluggerät steht noch am Platz. die Landschaft weiter erkunden.
Greg sorgt für einen Mietwagen, übernimmt die rechtsgesteuerte Führung, und ab geht’s.
Richtung Tasmansee über den Pass Haast, benannt nach einem deutschen Entdecker in NZ.
Das Wetter ist feucht, die Sonne rar, aber warm (27.12.), und so paßt der Regenwald mit seinem Farmdschungel wie angegossen. Dieser Wald ist touristengeeignet; es führen Holzbohlenwege und -brücken durch das Gebiet, das so garnicht zur Südinsel passen will, im Norden, nördlich von Kerikeri soll es noch so etwas geben.
Der Pass selbst ist mit einer kleinen ’Jausenstation‘ versehen, von der es stracks zur Küster ’runtergeht. Kiesstrand, kein Mensch, so genießen wir die Seeluft und laufen ein wenig am Strand entlang. Greg hat sich zurückgezogen, nachdem wir bemerkt hatten, daß uns diese touristenlose Einsamkeit gefällt.
Am Abend, zurück in Wanaka, beschließen wir, den Rückflug anzutreten, Wetter hin oder her.
Greymouth
Der Flug führt über den Pass Haast und an der Tasmanküste hinauf über Hokitika nach Greymouth. Greg teilt uns mit, auf der Strecke über den Pass gäbe es keine Möglichkeit für eine Sicherheitslandung. Klar, wir sind ja gestern in diesem Urwald herumgestapft. Sobald wir an der Küste ankommen, kann man von Sicht kaum noch sprechen, immerhin sind wir ja nicht allein, sondern immer in Gruppe mit drei Fliegern, da sollte man schon Sicht habende Wolken hingen so tief, daß wir nicht über 300 Fuß fliegen konnten, was man normalerweise garnicht darf, also mal so gerade eben 100 Meter. Für nichtfliegende Ehefrauen war das eine schöne Aussicht aufs Wasser und den Strand, für die Flieger war es harte Arbeit, besonders für die Augen, weil wir uns gegenseitig kaum oder nicht sehen konnten, da kamen nur Immer über Sprechfunk die Höhen- und Geschwindigkeitsangaben und "watch out for us!" Die Verständigung mit den Bodenstationen war für uns Außenseiter auch nicht immer einfach, weil es nicht genügt, Englisch zu können, sondern der neuseeländische Akzent auch verstanden werden will, und das ist über Sprechfunk noch schwieriger als sonst. Deshalb haben unsere drei Einheimischen den Funk übernommen - somit eine gute Arbeitsteilung.
In der Touristenstadt Shantytown erleben wir eine Nachbildung alter Zeiten und vertreiben uns die Zeit mit Goldwaschen, natürlich finden wir etwas (ist garantiert).
Omaka/Blenheim
Langsam klart es auf und wir befliegen wieder vertrauteres Gebiet. Wir wollen wieder nach Blenheim, an der Cookstrasse. Allerdings landen wir wir auf Omaka, dem kleinen Nebenplatz, von Süden. Reine Steppe. Jedenfalls. wenn man nach Osten sieht, die Berghänge hoch und die Fläche um uns herum.
Aber nach Westen! Da erschließt sich eine grüne Landschaft in sattesten Farben.
Blenheim ist DAS Weingebiet Neuseelands.
Natürlich wurde es ein längerer Abend in einem Weingut mit Restaurant.
Wanganui
Es wird Zeit fürs Tanken, um gut nach Ardmore zu kommen, dann weiter über
State Highway 4,3 und 1 nach Ardmore, dem Startplatz.
Ardmore
Zurück am Startplatz. „Zuhause“.
Rechtzeitig vor der angesagten Schlechtwetterfront. Und die kam!
Hier wird nun Abschied genommen. Helke absolviert noch einen Hubschrauberrundflug und ab geht’s zum Hotel.
Wir vermissen jetzt schon unsere Neuseeländer, feine kompetente Kumpels:
Unsere PICs
Sie haben vieles "hinter den Kulissen" gemacht. morgens in aller Frühe das Wetter abgerufen, danach die Flugstrecke fixiert, Buchungen und Reservierungen vorab erledigt, weil halb Neuseeland im Dezember und Januar Urlaub macht und die attraktiven Punkte nicht eben menschenleer sind. Sind auf alles eingegangen, haben viele fliegerische Tipps gegeben, Alpen- und Küstenflug trainiert und sind sympathische Teammitglieder gewesen.
Abspann
Von Ardmore haben sie uns nach Auckland gefahren, nicht geflogen.
Ins Hotel Sky City Casino. Direkt am Fernsehturm. Und den vor der Nase.
Ein supermodernes stilloses Hochhaushotel. Ein Gegensatz zum auf der Safari Erlebten.
Morgens beim Frühstück: Wartesaal wäre einladender. Aber TOP-Gäste (z.B. Anke Huber). Furchtbar. Massenbetrieb.
Unser „Zuhause“ bis zum Abflug am 1.1.1997.
Wir haben die Tage getrennt von Walter und Dirk verbracht. Wie üblich mit Nahverkehrsmitteln die eindrucksvolle Wasserlandschaft erkundet, sind auf die Nachbarinsel (edles Wohngebiet) mit Wassertaxi hin und per Bus über die Brücke zurück. Die Stadt selbst ist nicht so reizvoll.
Aber wir waren am Hafen. Und da lag die Bremen!!
Die Bremen lag fest wegen des angesagten Sturms. Unsere Bremen, auf der wir ein halbes Jahr vorher auf Spitzbergen waren! Nun mußte sie die Südseetour unterbrechen. Und der Sturm und der Regen kamen!
Woher kriegen wir jetzt Gummistiefel und Regenhaut für die Zeit bis übermorgen?
Gummistiefel? Ausverkauft!
Regenhaut. Da haben wir etwas Tolles gefunden. Lange gewachste Mäntel vom Feinsten, die hier am Seeufer in Konstanz Neugier geweckt haben: „Wo kann man ’sowas‘ kaufen“? „In Neuseeland“ - ????
Auf Amrum waren sie auch nützlich, wenn man sie nicht gerade beim steifen Wind dem Dünensand aussetzt.
Für den Silvesterabend haben wir uns wieder zu Viert gefunden.
Leider waren die meisten Restaurants ausgebucht. Nach einigem Herumirren in Aucklands Innenbereich sind wir auf ein kleines ansprechendes Lokal gestoßen.
Beim Bestellen unserer Festgerichte sprach uns die Bedienung auf deutsch an. Sie hatte uns natürlich verstanden. Das einem Silvesterabend entsprechende Vergnügen war da. Diese Frau kam aus Trasadingen/Schweiz/Klettgau. Diese Gemeinde liegt vor unserer Degernauer Haustür. Zu Fuß eine halbe Stunde über die grüne Grenze!
Ein schöner Abschluß unserer Neuseelanderfahrung mit unseren Walter und Dirk und einer ’Nachbarin‘.
Am nächsten Tag auf zum Flughafen. Dirk und Walter haben andere Rückflüge gebucht. Wir fliegen noch einmal mit Halt in Christchurch nach Singapur.
Allein vier Stunden fliegen wir über Australien
Den Anflug auf Singapur erlebe ich im Cockpit. Abends gen Mitternacht.
Die Wartezeit verbringen wir in der angenehmen Krislounge.
Am 2. Januar 1997 landen wir in Zürich, wo uns unser bestellter Abholer erwartet und uns dann in Degernau abliefert.